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Ausgleich der Gesamtinteressen

Innerhalb der Bevölkerung gibt es verschiedene Interessen und Bedürfnisse. Das gilt auch in Bezug auf die städtischen Projekte. Im Rahmen von Bürgerbeteiligung kann jede und jeder seine Interessen einbringen.

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Zum richtigen Zeitpunkt beteiligen

Die Moderatorin notiert Diskussionsergebnisse

Schon in einem frühen Stadium muss die Öffentlichkeit über ein Vorhaben informiert werden, damit ein mögliches Beteiligungsverfahren noch Einfluss auf die Planung nehmen kann. Je weiter eine Planung fortgeschritten ist, desto enger wird der Beteiligungsspielraum.
Was sind überhaupt Vorhaben? Dazu zählen zum Beispiel: städtebauliche Verfahren, Straßenneubau, Aufstellung einer neuen Stadtentwicklungsstrategie und vieles andere.
Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich schon gemacht? Was ist für Sie der ideale Zeitpunkt für Beteiligung?

Kommentare

Bürgerbeteiligung in einem frühen Stadium muss qualitative Ziele in den Fokus nehmen. Sonst läuft sie Gefahr für alle Beteiligten frustrierend zu sein, da sich von Bürger:innen eingebrachte Lösungsvorschläge häufig, nach tieferer fachlicher Auseinandersetzung als nicht realisierbar erweisen.

Vielleicht sollte zunächst geklärt werden, was zu einem "Projekt" dazugehört? Besteht es nur aus Planung und Umsetzung oder kommt am Ende auch noch eine Bewertung? Aus meiner Sicht ist letzteres Wichtig! Niederschwellige Beteiligung ist dann sowohl am Anfang als auch am Ende gut möglich. Anfangs kann über abstrakte Ziele gesprochen werden. Zum Beispiel: Mehr Parkplätze oder mehr Spielplätze, in der Innenstadt oder am Stadtrand, ein zentrales Gebäude oder mehrere verteilte Gebäude, ... . Solche eher philosophischen Fragen erfordern eher weniger Einarbeitung und Fachwissen. Während der Projektumsetzung sollte dann Berichtet werden, was gerade passiert und was als nächstes passiert. Die Öffentlichkeit kann dann zumindest intervenieren, wenn in der konkreten Umsetzung aus Ihrer Sicht Mängel auftauchen. Zum Beispiel: Muss wirklich die gesamte Straße gesperrt werden? Oder könnte ein Weg für Anwohner frei bleiben?
Nach Projektabschluss sollte immer von der Öffentlichkeit bewertet werden, was gut gelungen ist und wo es Probleme gibt. Diese Erkenntnisse sollten in Folgeprojekten berücksichtigt werden.

Diesen Gedanken möchte ich auch unterstreichen. Er gefällt mir gut, insbesondere im Hinblick auf ein kontinuierliches Feedback.

Ich möchte diesen Gedanken auch gerne hervorheben.
Es ist wichtig dem Prozess nach Verlauf einen Abschluss zu geben und diesen auch nochmal Revue passieren zu lassen. Vielleicht auch mit einem Stichpunkte-Katalog auf die Leitlinie zu prüfen und daraus Erkenntnisse zu erlangen.

Ich bin beruflich als Gestalterin tätig. Zu Beginn und am Ende jedes Designprozesses werden potenzielle Nutzer:innen als Co-Desiger:innen einbezogen. Am Anfang geht es insbesondere darum, ihre Bedürfnisse zu verstehen. In der Mitte können sie an der Ideenentwicklung beteiligt werden. Am Ende geht es darum Entwürfe bzw. Prototypen zu testen und Feedback zu bekommen. Ich denke aus Konzepten wie dem Design Thinking oder Social Design könnte man einiges auf Beteiligungsformate übertragen und sich praktische Methoden abgucken.

Informationen sind wichtig und das am besten bevor eine Planung beginnt und dann kontinuierlich. Damit die Mitarbeitenden der Stadt aber noch arbeiten können und nicht in den Vorbereitungen von Beteiligungen die Arbeit leidet, müssten z.b. Projektseiten gepflegt werden und das am besten auf einer anschaulichen Website (die städtische Seite ist im Aufbau leider nicht selbsterklärend). Dann können alle Interessenten sich Information holen und die städtischen Mitarbeiter können arbeiten. Häufig gestellte Fragen könnten in FAQ beantwortet werden. Wofür hat die Stadt den ein Referat Kommunikation, die könnten die Ingenieure unterstützen und jeder macht dass, was er kann. Zu Meilenstein kann ja auch was größeres geplant werden, aber man sollte es nicht übertreiben mit den Veranstaltungen.

Bürgerbeteiligungsräume sollte auch langfristig in die Planungen mit aufgenommen, damit auch nach der Fertigstellung von Projekten Räume für Beteiligung vorhanden sind.
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Ein Beispiel, wie das funktionieren könnte, ist Leonhards Garten. Die Stadt hat dort einen Ort geschaffen, der aus einem dysfunktionalen Spielplatz und einer Wiese ohne Aufenthaltsqualität besteht. Ein solcher Ort eignet sich ideal für einen Bürgergemeinschaftsgarten, der direkt von den Anwohnern vor Ort nach ihren Wünschen gestaltet werden könnte zum Beispiel mit Kräuterhochbeeten, Platz für Gemeinschaftsveranstaltungen wie ein Nachbarschaftsweihnachtsmarkt und echten Spielmöglichkeiten für Kindern.
Daher sollten Orte für direkte Bürgerbeteiligung zum Beispiel in Form von frei gestaltbaren Gemeinschaftsgärten oder Nachbarschaftszentren direkt in Planungen eingebaut werden, damit auch zukünftig eine direkte Beteiligung ermöglicht wird ...
Ein gutes Beispiel für ein solches Projekt, das einen Freiraum nutzt, ist der Nachbarschaftsgarten Baulücke:
www.tthannover.de/projekte/bauluecke/

Die Idee eines öffentlich zugänglichen Beteiligungsraumes finde ich klasse.

Ich unterstütze die Aussage, dass eine Beteiligung am Anfang der Planungen erfolgen muss. Die Beteiligung muss aber auch kontinuierlich mit dem Projektfortschritt weitergeführt werden.
Es ist nicht zielführend, wenn die Unterlagen zur Beteiligung am Ende der Beteiligungsfrist von der Internetseite der Stadt Braunschweig verschwinden, wie aktuell immer wieder festzustellen. Auch Bürgerinnen, die es nicht geschaft haben sich innerhalb der teilweise recht kurzen Fristen mit einem Projekt zu beschäftigen, sollten die Mörglichkeit haben, sich zu jeder Zeit über das Projekt zu informieren.